Alemtuzumab bei Multipler Sklerose

Hintergrund

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems, die junge Erwachsene und Erwachsene mittleren Alters betrifft. Wiederholte Schäden an den Myelinscheiden (die Membranen, die Nerven abdecken und schützen) und an anderen Teilen der Nerven können zu schweren Behinderungen führen. MS kann mit Problemen im Immunsystem zusammenhängen. Alemtuzumab ist ein biologisches Arzneimittel (eine Art von Antikörper), das bereits zur Behandlung anderer Krankheiten verwendet wurde

Studienmerkmale

Wir fanden drei Studien mit 1713 Teilnehmern, welche die Auswahlkriterien des Reviews erfüllten. Alle Studien verglichen Alemtuzumab gegen subkutanes Interferon beta-1a für Patienten mit schubförmig-remittierender MS. In zwei der Studien (CARE-MS und CAMMS223) wurden die Teilnehmer zum ersten Mal behandelt (d.h. Patienten hatten keine vorherige Therapie). Die dritte Studie (CARE-MS II) umfasste Teilnehmer mit mindestens einem Rückfall während der Behandlung mit Interferon beta oder Glatiramer Acetat für mindestens sechs Monate.

Hauptergebnisse

Die Überprüfung dieser Vergleichsstudien ergab, dass Alemtuzumab im Vergleich zu subkutanem Interferon beta-1a das Risiko eines Rückfalls reduziert, die Körperfunktion verbessert und wie es scheint, das Gesamtrisiko von Nebenwirkungen nicht erhöht. Darüber hinaus reduziert Alemtuzumab das Risiko von neuen oder sich ausweitenden MS Schäden, die durch Magnetresonanztomographie (MRT) erkannt wurden. Es gibt jedoch einen Mangel an Informationen über die Auswirkungen von Alemtuzumab auf mehrere patientenbezogene Endpunkte, wie (a) Lebensqualität, (b) Rate der einzelnen, unerwünschten Nebenwirkungen und (c) Häufigkeit langfristiger unerwünschter Ereignisse und schwerwiegender unerwünschter Ereignisse.

Qualität der Evidenz

Die methodische Gesamtqualität der eingeschlossenen Studien war moderat bis hoch. Wegen der geringen Anzahl der eingeschlossenen Studien und der niedrigen Rate an Ereignissen, beurteilten wir die Gesamtqualität der Evidenz für die wichtigsten Endpunkte jedoch als sehr niedrig bis moderat. Dies bedeutet, dass neue Studien wahrscheinlich einen wichtigen Einfluss auf unser Vertrauen in den Effektschätzer haben. Es ist auch möglich, dass sie den Effektschätzer verändern oder unsere Unsicherheit bezüglich des Schätzers verändern.

Übersetzung: 

T. Kober, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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