Hintergrund
Die juvenile myoklonische Epilepsie (Janz-Syndrom) zeichnet sich durch unwillkürliches (unkontrolliertes) Muskelzucken in Schultern und Armen nach dem Aufwachen aus und setzt häufig in der Kindheit ein.
Studienmerkmale
Wir durchsuchten wissenschaftliche Datenbanken nach klinischen Studien, in denen der antiepileptische Wirkstoff Topiramat bei Patienten mit dem Janz-Syndrom mit einem Placebo (Scheinmedikament) oder einem anderen Antiepileptikum verglichen wurde. Wir wollten auswerten, wie gut Topiramat wirkt und ob es Nebenwirkungen hat. Die Evidenz ist auf dem Stand von Februar 2017.
Hauptergebnisse
Wir haben drei randomisierte kontrollierte Studien (klinische Studien, in denen Menschen zufällig in eine von zwei oder mehr Behandlungsgruppen zugeteilt werden) mit 83 Teilnehmern eingeschlossen und analysiert. Scheinbar wird Topiramat besser vertragen als Valproat, ist jedoch nicht wirksamer als Valproat. Topiramat schien besser zu wirken als ein Placebo; diese Ergebnisse basieren jedoch auf einer geringen Anzahl eingeschlossener Teilnehmer.
Qualität der Evidenz
Die Qualität der Evidenz aus den Studien war sehr niedrig und die Ergebnisse sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Zukünftig sind gut konzipierte, doppelt verblindete RCTs (weder der Teilnehmer noch der Forscher weiß, welche Behandlung der Teilnehmer erhält, bevor die Ergebnisse gesammelt wurden) mit großen Teilnehmerzahlen erforderlich, um zu prüfen, wie wirksam und verträglich Topiramat bei Patienten mit Janz-Syndrom ist.
S. Schmidt-Wussow, freigegeben durch Cochrane Schweiz.

