Rituximab bei schubförmig remittierender Multipler Sklerose

Es handelt sich hierbei um eine aktualisierte Version des Cochrane Reviews „Rituximab bei schubförmig remittierender Multipler Sklerose“ (erstmalig veröffentlicht in The Cochrane Library 2011, Ausgabe 12).

Neuere Studien zeigen, dass eine Klasse weißer Blutkörperchen (B-Lymphozyten) an der MS-Erkrankung beteiligt sein können. Dieses Merkmal hat zu einem neuerlichen Interesse an Therapien geführt, die auf die Kontrolle der Aktivität von B-Zellen ausgerichtet sind. Rituximab gehört zu dieser Klasse monoklonaler Antikörper und ist in der Lage, die Anzahl an B-Lymphozyten in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit zu verringern. Die Autoren des vorliegenden Reviews bewerteten die Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose unter Berücksichtigung von Schüben, Hirnläsionen und der Krankheitsprogression. Von der einschlägigen Literatur wurde nur eine Studie eingeschlossen, die Rituximab im Vergleich zum Placebo bei 104 erwachsenen Patienten mit mindestens einem Schub im vorangegangenen Jahr beurteilte.

Die Autoren fanden keine überzeugende Evidenz, die Rituximab als wirksame Behandlung bei schubförmig remittierender Multipler Sklerose unterstützte, auch deshalb, weil die Qualität der einen identifizierten Studie aufgrund von Bias, der geringen Anzahl an Teilnehmern und der kurzen Nachbeobachtungsdauer eingeschränkt war. Im Hinblick auf die Sicherheit berichteten Patienten unerwünschte Ereignisse in Verbindung mit der Infusion innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Infusion, darunter Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Juckreiz, Müdigkeit/Erschöpfung, Hustenreiz und Schmerzen im Rachen- und Kehlkopfbereich. Von den mit Infektionen verbundenen unerwünschten Ereignissen traten nur Harnwegsinfekte (bei 14,5 % im Vergleich zu 8,6 %) und Sinusitis (13,0 % im Vergleich zu 8,6 %) in der Rituximab-Gruppe häufiger auf. Der mögliche Nutzen von Rituximab zur Behandlung von schubförmig remittierender Multipler Sklerose muss weiter in größeren Studien, die eine höhere Qualität aufweisen, zusammen mit der Langzeitsicherheit untersucht werden.

Übersetzung: 

B. Fiess, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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