Antipilzbehandlungen der Haut zur Behandlung der seborrhoischen Dermatitis

Hintergrund

Die seborrhoische Dermatitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die auf der ganzen Welt anzutreffen ist. Dabei treten Hautausschläge auf mit unterschiedlichen Graden an Rötung, Größe und Juckreizstärke. Menschen beider Geschlechter sind davon betroffen. Die Krankheit tritt jedoch häufiger bei Männern auf. Sie beginnt in der Regel nach der Pubertät und kann zu persönlichem Unbehagen und ästhetischen Sorgen führen, wenn der Ausschlag an gut sichtbaren Hautstellen auftritt. Arzneimittel, die gegen Pilze wirken, auch bekannt als Antimykotika, werden oft allein oder in Kombination eingesetzt.

Review-Frage

Beseitigen lokal auf der Haut aufgetragene Antimykotika den Hautausschlag und den Juckreiz der seborrhoischen Dermatitis?

Studienmerkmale

Wir schlossen 51 Studien mit 9052 Teilnehmern ein. Die Studien dauerten in der Regel vier Wochen. Nur sehr wenige Studien liefen über einen längeren Zeitraum. Insgesamt waren an 24 Studien Arzneimittelfirmen in der einen oder anderen Weise beteiligt, z. B. durch Finanzierung der Studien oder als Arbeitgeber der Forscher.

Hauptergebnisse

Für die Teilnehmer, die Ketoconazol verwendeten, war die Wahrscheinlichkeit, bei der Nachbeobachtung nach vier Wochen noch Symptome zu haben, 31% geringer im Vergleich zu denen, die ein Placebo bekamen. Dies konnte in acht Studien mit 2520 Teilnehmern beobachtet werden, wobei allerdings große Schwankungen zwischen den Studien festzustellen waren. Ketoconazol war ebenso wirksam wie ein Steroid, hatte aber 44% weniger Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit von Ciclopirox lag in Bezug auf die klinische Rückbildung des Hautausschlags 21% über derjenigen des Placebos, ohne mehr Nebenwirkungen zu verursachen. Die Wirkung der Behandlung auf die Symptome Rötung, Juckreiz oder Schuppenbildung war weniger eindeutig. Um auf die Überlegenheit eines Antimykotikums gegenüber anderen zu schließen, reichte die Evidenz nicht aus, wobei diese Beobachtung auch nur auf wenigen Studien beruhte. Ketoconazol und Ciclopirox sind die am stärksten erforschten Antimykotika und wirksamer als ein Placebo. Möglicherweise ist die Wirkung anderer Antimykotika mit diesen vergleichbar, es gibt jedoch keine ausreichenden Daten, die diese Annahme untermauern würden.

Verbreitete Nebenwirkungen waren verstärkte Hautrötungen oder Juckreiz, ein brennendes Gefühl und Haarausfall.

Keine der Studien bewertete die Lebensqualität. Nur eine Studie enthielt Angaben, welcher Anteil der Teilnehmenden in den verschiedenen Behandlungsgruppen die Behandlungsvorgaben durchhielten (Compliance). In anderen Studien wurden Surrogate verwendet, z. B. die Akzeptanz, um die Compliance darzustellen. Daher konnten wir die Wirkung der Compliance auf die Behandlungsendpunkte nicht bewerten. Eine Studie an HIV-infizierten Patienten berichtete über keine deutliche Wirkung der Behandlungen.

Qualität der Evidenz

Die Evidenz der Wirkung von Ketoconazol im Vergleich zu einem Placebo oder einem Steroid wurde als von geringer Qualität bewertet. Die Evidenz aus dem Vergleich von Ciclopirox mit einem Placebo wurde als von moderater Qualität bewertet. Es besteht Bedarf an qualitativ hochwertigeren Studien mit längerer Nachbeobachtung und besserer Berichterstattung, um die Evidenzbasis für Antimykotika zu erweitern

Übersetzung: 

Freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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