Langsame versus schnelle subkutane Heparin-Injektionen zur Vermeidung von Blutergüssen und Verringerung der Schmerzintensität an der Einstichstelle

Hintergrund

Heparin ist ein Medikament, das verwendet wird, um die Blutgerinnung zu hemmen. Es gibt zwei verschiedene Formen - unfraktioniertes Heparin (UFH) und niedermolekulares Heparin (NMH). Diese werden in der Regel per Injektion direkt unter die Haut verabreicht. Injiziertes Heparin geht in die Fettschicht unter der Haut, sodass es langsam an den Körper abgegeben wird. Diese Art der Injektion kann manchmal zu Blutergüssen und Schmerzen an der Stelle, an der die Nadel in die Haut einsticht, führen. Es kann manchmal zu einer Schwellung, die Blut enthält, kommen, was Hämatom genannt wird. Strategien, die Schmerzen und Blutergüsse verringern können, werden für Patienten und Gesundheitsdienstleister als wichtig erachtet. Die Verringerung der Beschwerden und Bedenken der Patienten ist ein wichtiges Ziel der Krankenpflege. Mehrere Studien wurden durchgeführt, um zu sehen, in wie weit sich die Geschwindigkeit der Injektion auf die Schmerzen und Blutergüsse an der Stelle, an der die Injektion verabreicht wird, auswirkt, aber ihre Ergebnisse unterschieden sich und die Studienautoren kamen zu keinem klaren Ergebnis.

Studienmerkmale und Hauptergebnisse

Wir suchten nach Studien, die die Auswirkungen der Geschwindigkeit der Injektion auf die Stärke der Schmerzen und Blutergüsse an der Stelle, an der die Injektion gegeben wurde, untersuchten (auf dem Stand von März 2017). Wir fanden vier Studien, die unsere Einschlusskriterien erfüllten. Diese Studien wurden in der Türkei, Italien und China durchgeführt. Sie schlossen insgesamt 459 Menschen ein, davon 287 weibliche und 172 männliche Teilnehmer. Alle Patienten erhielten NMH und keine der Studien verwendete UFH. Die Teilnehmer wurden im Krankenhaus auf neurologischen, orthopädischen und kardiologischen Stationen behandelt.

Die Untersucher injiziert Heparin schnell oder langsam in das Abdomen (den Bauch) der Teilnehmer. Die Teilnehmer konnten die Gabe der Injektion beobachten und wusste, ob sie schnell (10 Sekunden lang) oder langsam (30 Sekunden lang) gegeben wurde.

Die Teilnehmer gaben an, dass der Schmerz 48 Stunden nach der langsamen Injektion weniger stark war. Aufgrund der geringen Anzahl an Teilnehmern fanden wir keine ausreichende Evidenz, um eine sofortige Wirkung auf Schmerzintensität, oder 60 und 72 Stunden nach der Injektion festzustellen. Die Blutergüsse waren mit der langsamen Injektion nicht kleiner. Keine der eingeschlossenen Studien berichtete, ob die Teilnehmer eine mit Blut gefüllte Schwellung (Hämatom) hatten.

Qualität der Evidenz

Wir bewerteten die Qualität der Evidenz als niedrig, da wir nur eine geringe Anzahl von veröffentlichten Studien fanden, die über diese Fragestellung berichteten. Diese Studien waren klein und hatten widersprüchliche Ergebnisse. Die Tatsache, dass die Teilnehmer wussten, ob sie eine schnelle oder langsame Injektion erhalten hatten, könnte die Ergebnisse beeinflusst haben.

Übersetzung: 

N. Tittlbach, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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