Carnitin bei Fatigue bei Multipler Sklerose

Fatigue (Müdigkeit/Erschöpfung) ist häufig mit Multipler Sklerose verbunden und führt zu einer wesentlichen Beeinträchtigung und zu einem Verlust an Lebensqualität. Es wurden mehrere Arten von Interventionen durchgeführt, es liegt jedoch keine definitive Evidenz für eine relative Wirksamkeit und Verträglichkeit vor.  Erst kürzlich wurde die Hypothese aufgestellt, dass zwischen einem niedrigem Carnitin-Spiegel im Blut und Fatigue ein Zusammenhang besteht, und einige Studien zeigten, dass eine Supplementierung mit Carnitin eine Verbesserung der Fatigue-Symptome ergab. Die Autoren entschlossen sich, einen systematischen Review zu erstellen, um die mögliche Wirksamkeit von Carnitin zur Verbesserung der Fatigue zu bewerten, und um sämtliche unerwünschten Ereignisse bei Patienten mit schubförmig remittierender und sekundär progredienter MS zu identifizieren. Die meisten der Studien erfüllten die methodologischen Qualitätskriterien für einen Einschluss nicht  , bis auf eine Studie mit 36 Patienten, die für eine 12-monatige Intervention mit Carnitin in Verbindung mit Amantadin aufgenommen wurden, einem anderen Arzneimittel, das häufig zur Verbesserung von Fatigue eingesetzt wird.

Auf der Basis dieses Berichts bleibt weiterhin unklar, ob eine Supplementierung mit Carnitin bei MS-Patienten Fatigue lindert, die sich aus der Fatigue ergebende Beeinträchtigung reduziert, oder die Lebensqualität verbessert. Es ist weiterhin unklar, ob die Anwendung von Carnitin bei mit MS verbundener Fatigue sicher ist.

Übersetzung: 

B. Fiess, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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