Orale verglichen mit intravenösen Steroiden zur Behandlung von Schüben bei Multipler Sklerose

Schubförmig remittierende Multiple Sklerose zeichnet sich durch Phasen der Behinderung (Schübe) aufgrund von Entzündungen im Zentralnervensystem aus. Sämtliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine „Beschleunigung“ der Erholung durch die Anwendung von Kortikosteroiden erzielt wird, die meist in intravenöser Form verabreicht werden. Wenn orale Steroide bei Schüben ebenso gut wirken wie intravenöse, wären sie leichter anzuwenden und kostengünstiger.

Das Ziel dieses Review war es, zu bewerten, inwiefern orale und intravenöse Steroide zur Unterstützung der Erholung von Schüben gleich wirksam und sicher sind. In der einschlägigen Literatur erfüllten nur fünf Studien mit insgesamt 215 Teilnehmern die Einschlusskriterien. Trotz der Einschränkungen der bei der Durchführung der Studien (d.h. unvollständige Berichterstattung zu den Teilnehmern, die die Studien abbrachen, und ungeeignete Probandenzahl) und der bei der Analyse der Daten angewendeten Methoden stellten alle fünf Studien fest, dass hinsichtlich des Nutzens, der unerwünschten Ereignisse und der pharmakologischen und radiologischen Ergebnisse keine Unterschiede bei den Patienten bestanden, die orale bzw. intravenöse Steroide anwendeten. Beide Behandlungen scheinen gleichermaßen wirksam und sicher zu sein. Auf Grundlage dieser Evidenz kann eine orale Steroidtherapie als praktische und wirksame Alternative zu einer intravenösen Steroidtherapie bei der Behandlung von Schüben bei MS dienen.

Übersetzung: 

B. Fiess, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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