Pneumokokken-Impfung während der Schwangerschaft zur Vorbeugung einer Infektion des Säuglings

Es gibt nicht genügend Evidenz, um festzustellen, ob mit Pneumokokken-Impfung während der Schwangerschaft Infektionen des Säuglings vermieden werden können.

Obwohl die Inzidenz einer invasiven Pneumokokken-Erkrankung weltweit unterschiedlich ist, ist die Todesrate oder die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Erkrankung bei Kindern, die diese Infektion bekommen, hoch. Die Bakterie Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) befällt die oberen Atemwege und kann Bakteriämie, Meningitis, Lungenentzündung und Infektionen der oberen und unteren Atemwege einschließlich Mittelohrentzündung und Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) verursachen. Der Impfzeitplan für Neugeborene mit einer Grundimmunisierung (3 Dosen) und einer Auffrischimpfung könnte die Auswirkungen einer Pneumokokken-Erkrankung bei immunisierten Kindern verringern, aber diese Impfungen haben keine schützende Wirkung bei Säuglingen, die weniger als drei Monate alt sind. Mütterliche Pneumokokken-Impfung während der Schwangerschaft kann ein Weg zur Vermeidung von Pneumokokken-Erkrankungen während der ersten Lebensmonaten des Säuglings sein. Wir schlossen sieben randomisierte kontrollierte Studien ein. Insgesamt nahmen 919 schwangere Frauen an den sechs randomisierten kontrollierten Studien teil, deren Daten zu diesem Review beitrugen. Die Studien verglichen 23-valente Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff mit Kontroll-Impfstoff. Alle Frauen erhielten eine einzige Injektion von Pneumokokkenimpfung oder Kontrollimpfung (falls verwendet). Das mittlere Gestationsalter zum Zeitpunkt der Impfung war zwischen 27 und 38 Wochen, wo Angaben berichtet waren. Nur zwei Studien mit 241 Schwangerschaften berichteten über Neugeborenen-Infektionen. Es gab nicht genug Informationen, ob eine Pneumokokken-Impfung während der Schwangerschaft zu weniger Infektionen der Säuglinge führte. Zwei Studien mit 146 Schwangerschaften berichteten über das Vorhandensein von Pneumokokken im Nasen-Rachenraum ohne dass eine Erkrankung auftritt (Pneumokokken-Träger) bei Säuglingen. Es gab jedoch nicht genug Evidenz für einen Effekt bei der Verringerung des Trägertums bei zwei bis drei Monate alten oder sechs bis sieben Monate alten Säuglingen. Die eingeschlossenen Studien waren von angemessener Qualität. Es gab keinen Unterschied zwischen Pneumokokkenimpfung und Kontrollimpfung bezüglich der Schmerzempfindlichkeit an der Injektionsstelle. In den Studien wurden über keine unerwünschten Ereignisse berichtet.

Übersetzung: 

D. Chassot, Koordination durch Cochrane Schweiz

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