Einfluss von Betablockern auf perioperative unerwünschte Ereignisse

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Jede Art von Operation ist mit einer erhöhten Stressreaktion assoziiert, die den Körper anfälliger für unerwünschte Endpunkte macht. Diese Endpunkte können zum Tod, zu einem Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen, Herzversagen, Schlaganfall und dergleichen führen. Betablocker sind Medikamente, die diese Stressreaktion mildern, und eine Verlangsamung der Herzfrequenz und einen Blutdruckabfall herbeiführen. Während diese Wirkung auf der einen Seite wünschenswert ist, um die Reaktion auf Stress zu mildern, kann die gleiche Wirkung —wenn sie ausgeprägt ist— sehr niedrigen Blutdruck, einen sehr niedrigen Puls und letztlich einen Schlaganfall oder den Tod verursachen.

In unserer Analyse der aktuellen Evidenz (89 randomisierte kontrollierte Studien mit 19.211 Teilnehmern: Herzoperation-53 Studien, andere Arten von Operationen-36 Studien) haben wir gezeigt, dass Betablocker eine Schutzwirkung gegen Rhythmusstörungen nach Herzoperationen hatten. Wir fanden keine Evidenz für eine Wirkung von Betablockern auf Tod, auf das Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzversagen, sowie unverhältnismäßig niedrigen Blutdruck oder langsamen Puls während Herzoperationen. Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes nach einer Herzoperation wurde bei Patienten, die Betablocker erhalten hatten, um etwa 0,5 Tage reduziert.

Bei der Analyse einer repräsentativen Auswahl von qualitativ hochwertigen Studien, erhöhten Betablocker in Operationen, die nicht am Herz stattfanden, das Sterbe- und Schlaganfallrisiko. Die schützende Wirkung gegen Herzinfarkt und Rhythmusstörungen wurde von diesem erhöhten Sterbe- und Schlaganfallrisiko aufgewogen. Wir konnten keine Evidenz für die Wirkung von Betablockern auf Herzinsuffizienz oder die Dauer des Krankenhausaufenthaltes in dieser Gruppe von Patienten bestimmen.

Schlussfolgernd scheint der perioperative Einsatz von Betablockern bei Operationen am Herzen von Vorteil zu sein, da sie die hohe Belastung durch Rhythmusstörungen nach einer Herzoperation wesentlich reduzieren können. Ihr Einfluss auf Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzversagen oder die Entwicklung unverhältnismäßig niedrigen Blutdrucks oder langsamen Puls in diesem Kontext bleibt unklar.

Bei Operationen abseits des Herzens, zeigte die Evidenz einer repräsentativen Auswahl qualitativ hochwertiger Studien, einen Anstieg der Todesfälle und Schlaganfälle, wenn Betablocker eingesetzt wurden. Die erhebliche Verminderung der Rhythmusstörungen und Herzinfarkte in diesem Kontext scheint durch einen möglichen Anstieg von Sterblichkeit und Schlaganfall aufgewogen zu werden. Da die Qualität der Evidenz weiterhin niedrig bis moderat ist, ist mehr Evidenz notwendig, bevor endgültige Schlussfolgerungen gezogen werden können.

Übersetzung: 

K. Kunzweiler und I.Töws, Koordination durch Cochrane Schweiz.

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