Wiederholte pränatale Corticosteroid-Gabe an Frauen mit dem Risiko einer Frühgeburt zur Vorbeugung gegen das neonatale Atemnotsyndrom

Dieser Review zeigt, dass eine wiederholte pränatale Corticosteroid-Gabe an Frauen, bei denen nach einer ersten pränatalen Corticosteroid-Behandlung das Risiko einer Frühgeburt fortbesteht, für die Lungen der Neugeborenen förderlich ist und in deren ersten Lebenswochen ernste Gesundheitsprobleme verringert.

Für Frühgeborene (vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche) besteht das Risiko für Atemnot und Lungenerkrankungen, da ihre Lungen noch nicht vollständig ausgebildet sind. Das Risiko einer Frühgeburt besteht bei Frauen, bei denen die Fruchtblase geplatzt ist, die peripartale Blutungen haben, bei denen die Wehen vorzeitig eingesetzt haben sowie bei Zervixinsuffizienz, Präeklampsie oder Mehrlingschwangerschaften. Für Frühgeborene, welche die ersten Lebenswochen überleben, besteht außerdem das Risiko langfristiger neurologischer Behinderungen wie Epilepsie und infantile Zerebralparese (zerebrale Bewegungsstörung). Eine einmalige Corticosteroid-Behandlung von Frauen mit dem Risiko einer Frühgeburt unterstützt die Lungenreifung des Kindes. Diese Wirkung hält nicht länger als sieben Tage an. Dieser Review über 10 randomisierte kontrollierte Studien mit 4733 Frauen, bei denen das Risiko einer Frühgeburt länger als sieben Tage nach der ersten Corticosteroid-Behandlung fortbestand, und 5700 Babys, die sich bei Aufnahme in die Studie zwischen der 23. und 34. Schwangerschaftswoche befanden, zeigte, dass eine wiederholte pränatale Corticosteroid-Gabe das Risiko des Neugeborenen, in den ersten Lebenswochen Atemschwierigkeiten zu erleiden und ernste Gesundheitsprobleme zu bekommen, verringerte. Einige Studien zeigten, dass das Baby bei der Geburt eventuell kleiner sein kann. Dies traf allerdings weder zu, wenn die Größe auf das Gestationsalter abgestimmt wurde, noch zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus. In vier Studien, in denen die Kinder in ihrer frühen Kindheit weiter beobachtet wurden, war im Alter von 18 Monaten bis 2 Jahren (jeweils korrigiertes Alter) kein langfristiger Nutzen und auch kein Schaden festzustellen. Es besteht Bedarf an weiterer Forschung zu den langfristigen Nutzen und Risiken für Mutter und Kind. Sie sollte die spätere Gesundheit des Kindes, sein Wachstum und seine Entwicklung berücksichtigen.

Die wiederholte pränatale Coricosteroid-Gabe könnte das Infektionsrisiko erhöhen und die Hypophysen-Nebennierenrinden-Funktion für die Mutter und ihr Kind unterdrücken. Was die Frauen betraf, so gab es keine Erhöhung der infektionsbedingten Sterblichkeit durch Chorioamnionitis oder Kindbettfieber. Auch die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt blieb unverändert.

Betamethason war das einzige Corticosteroid, das untersucht wurde. Es ist nicht sicher, ob die für Betamethason beobachtete Wirkung für Dexamethason dieselbe wäre.

Übersetzung: 

Freigegeben durch Cochrane Schweiz.

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