Entscheidungshilfen für Patienten, die Entscheidungen hinsichtlich medizinischer Behandlung oder Screening treffen müssen

Diese Übersetzung ist nicht mehr aktuell. Bitte klicken Sie hier , um die neueste englische Version dieses Reviews zu sehen.

Die Auswahl und Entscheidung für eine bestimmte medizinische Behandlung oder ein Screening kann für Patienten schwierig sein. Entscheidungshilfen können angewendet werden, wenn es mehr als eine relevante Option gibt, wenn keine der Optionen einen klaren Vorteil hinsichtlich Behandlungsergebnisse aufweist, oder wenn jede der Optionen Nutzen und Schäden birgt, die von verschiedenen Patienten unterschiedlich bewertet werden. Informationsbroschüren, Videos oder auf dem Internet basierende Hilfen können als Entscheidungshilfen dienen. Diese machen die Entscheidung explizit, beschreiben die verfügbaren Optionen und helfen Patienten, diese Optionen und deren potentielle Nutzen und Schäden zu verstehen. Sie unterstützen den Patienten dabei, alle Optionen aus persönlicher Sicht (z.B. wie wichtig die möglichen Nutzen und Schäden für den Einzelnen sind) abzuwägen und eine Entscheidung gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt zu treffen.

Der aktuelle Review, dessen Suchen im Juni 2012 aktualisiert wurden, umfasst 115 Studien mit 34.444 Teilnehmern. Die Ergebnisse zeigen, dass wenn Patienten Entscheidungshilfen nutzen sie a) ihr Wissen über die Alternativen verbessern (hohe Qualität der Evidenz); b) sich informierter über ihre eigenen Prioritäten fühlen (hohe Qualität der Evidenz); c) präzisere Erwartungen an die möglichen Nutzen und Schäden der Alternativen haben (moderate Qualität der Evidenz); und d) stärker an der Entscheidungsfindung teilnehmen (moderate Qualität der Evidenz). Patienten, die Entscheidungshilfen nutzen, in denen eine Übung zu ihren Prioritäten war, trafen eher Entscheidungen, die im Einklang mit ihren Wertvorstellungen waren. Jedoch war die Qualität der Evidenz für diesen Endpunkt moderat, was bedeutet, dass zukünftige Forschung dieses Ergebnis möglicherweise ändert. Entscheidungshilfen verminderten die Anzahl der Patienten, die ein Prostata-spezifisches Antigen Test (PSA-Test) und elektive Operationen wählten, wenn sie andere Optionen in Erwägung zogen. Auf die meisten anderen konkreten Entscheidungen haben Entscheidungshilfen eine unterschiedliche Wirkung. Entscheidungshilfen verbessern die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten. Detailliertere Entscheidungshilfen sind besser als einfache Entscheidungshilfen, wenn es darum geht das Wissen der Patienten zu verbessern und den Entscheidungskonflikt bezüglich des Gefühls, uninformiert und sich nicht im klaren über die eigenen Wertvorstellungen zu sein, zu vermindern. Entscheidungshilfen verschlechtern weder die Gesundheit noch die Patientenzufriedenheit. Mehr Forschung ist nötig, um die Einhaltung der gewählten Optionen, die damit zusammenhängenden Kosten, die Verwendung durch Patienten mit Leseschwäche und den benötigten Detaillierungsgrad zu untersuchen.

Übersetzung: 

A. Lieder, Koordination durch Cochrane Schweiz

Teilen / Speichern

Cochrane Kompakt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Cochrane Schweiz, Cochrane Deutschland und Cochrane Österreich. Wir danken unseren Sponsoren und Unterstützern. Eine Übersicht finden Sie hier.