Antibiotika zur Vorbeugung von Infektionen mit IUPs/Spiralen

Ein Intrauterinpessar (IUP/Spirale) ist ein kleiner Kunststoffkörper, der in die Gebärmutter für eine langfristige Empfängnisverhütung platziert wird. Es besteht die Sorge, dass Frauen mit IUP einem erhöhten Risiko an Unterleibsinfektionen (pelvic inflammatory disease (PID)) mit anschließender Infertilität ausgesetzt sind. Da PIDs meistens innerhalb der ersten Wochen auftreten, werden Antibiotika manchmal bereits vor dem Einsetzen eines IUPs verabreicht, um eine Infektion vorzubeugen. Diese Übersichtsarbeit untersuchte, wie gut diese vorbeugenden Medikamente mögliche Probleme reduzieren. Zu solchen Problemen gehören PID, zusätzliches Aufsuchen von Gesundheitseinrichtungen und Entfernung des IUPs innerhalb von 3 Monaten.

Wir führten im Februar 2012 eine Datenbanksuche nach Studien, die ein Antibiotikum mit einem Placebo verglichen, durch. Wir kontaktierten Wissenschaftler/innen, um weitere Informationen zu erhalten oder weitere Studien zu finden.

Bei Frauen, die Antibiotika zur Infektionsprävention eingenommen haben, trat PID seltener als bei jenen, die Placebo oder keine Behandlung erhielten. Jedoch war die Häufigkeit von PID in allen Gruppen niedrig, so dass die Behandlung keine große Wirkung zeigte. Frauen, die Antibiotika zur Vorbeugung einnehmen, suchten Gesundheitseinrichtungen weniger häufig auf. Dieser kleine Unterschied reicht aber wahrscheinlich nicht aus, um eine Versorgung aller Frauen mit Antibiotika zu rechtfertigen. Der Einsatz von Antibiotika zur Vorbeugung von Infektionen beeinflusste nicht, wie häufig Frauen das IUP innerhalb von drei Monaten entfernt wurde.

Übersetzung: 

Koordination durch Cochrane Schweiz

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