Geplante Krankenhausgeburt im Vergleich zu geplanter Hausgeburt

Die meisten Schwangerschaften von gesunden Frauen verlaufen normal. Die meisten Geburten können ohne unnötige medizinische Interventionen stattfinden. Es ist jedoch nicht möglich, mit Sicherheit vorherzusagen, dass im Laufe einer Geburt absolut keine Komplikationen auftreten werden. Daher wird in vielen Ländern angenommen, dass die sicherste Option für alle Frauen die Krankenhausgeburt ist. In einigen wenigen Ländern wird davon ausgegangen, dass, solange die Frau während Schwangerschaft und Geburt von einer Hebamme begleitet wird, eine möglicherweise notwendige Verlegung von zu Hause ins Krankenhaus problemlos durchführbar ist. In diesen Ländern ist Hausgeburt ein fester Bestandteil der geburtshilflichen Versorgung. Es scheint immer deutlicher, dass Ungeduld und leichter Zugang zu vielen medizinischen Verfahren innerhalb des Krankenhauses zu mehr Interventionen führen können. Deren Anwendung ziehen wiederum neue Interventionen und schließlich unnötige Komplikationen nach sich. Bei einer geplanten Hausgeburt begleitet von einer erfahrenen Hebamme, die für den Fall einer Verlegung einen kooperativen medizinischen Dienst im Hintergrund hat, können diese Nachteile vermieden werden. Gleichzeitig kann der Nutzen, den der Zugang zu medizinischen Interventionen im Bedarfsfall bietet, erhalten bleiben. Immer qualitativ bessere Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass eine geplante Krankenhausgeburt nicht sicherer ist als eine geplante Hausgeburt, unterstützt von einer erfahrenen Hebamme mit einem kooperativen medizinischen Dienst im Hintergrund. Jedoch kann eine geplante Krankenhausgeburt zu mehr Interventionen und mehr Komplikationen führen. Allerdings gibt es keine hohe Evidenz aus randomisierten Studien, um entweder die geplante Krankenhausgeburt oder die geplante Hausgeburt für schwangere Frauen mit niedrigem Risiko zu empfehlen. Es wurden nur zwei sehr kleine randomisierte Studien durchgeführt. Nur eine Studie (mit 11 Frauen) trug Daten für den Review bei. Sie ließen keine Schlussfolgerungen zu, außer dieser: Frauen, die in Gegenden leben, in denen nicht ausreichend über Hausgeburt informiert wird, könnten ethisch gut angelegte Studien begrüßen, die ihnen eine informierte Wahl ermöglichen.

Übersetzung: 

C. Loytved, freigegeben durch Cochrane Schweiz

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